Halbzeit!

Molo!
Mittlerweile ist schon die Hälfte meiner Zeit in Südafrika um. Wie das so schnell passieren konnte, weiß ich selber nicht so ganz. Einerseits ist einfach so viel passiert, dass ich es gedanklich kaum in 6 kurze Monate stopfen kann, andererseits kommt es mir so vor, als wäre ich erst vor ein paar Wochen in East London gelandet, nachdem ich mich in Deutschland von meiner Familie verabschiedet habe. Ich fühle mich, als hätte ich den Großteil meines Lebens in Berlin verbracht und kenne so gut wie jede Straße. Immer wieder trifft man Leute, die man kennt und kann sich kurz unterhalten, oder, im Fall der Kinder, einfach kurz knuddeln. Nach 6 Monaten haben Britta und ich auch endlich den besten Ort gefunden, um Rusties (Roasted Bread, eine Art Brötchen, das normalerweise über dem Feuer zubereitet wird) zu kaufen und glücklicherweise handelt es sich dabei um Mavelis Takeaways, einen kleinen Laden neben der Tankstelle, der sich direkt auf dem Rückweg von unserer Schule befindet. Auch in der Schule selber fühlt es sich, da jeder Tag irgendwie anders ist, noch nicht wirklich so an, als hätte ich schon so viel Zeit dort verbracht. Hallo Martin. Da wir die gesamten Lesebücher für die beiden ersten Klassen am Anfang des Schuljahres kopiert, in die richtige Reihenfolge gebracht und zusammengetackert haben, haben wir von den Klassen kleine Dankeschön Briefchen, ein paar kleine Naschsachen und von allen eine ganz feste Umarmung bekommen, was die ganze Büroarbeit schon fast wieder gut gemacht hat. Auch meine Performing Arts Stunden werden immer besser, seit ich die Klassen in drei Gruppen einteile sind die Kleinen viel einfacher unter Kontrolle zu halten, was dazu führt, dass ich in letzter Zeit viele kleine Tanzspiele durchführen konnte und sowohl ich, als auch die Kinder so wesentlich mehr Spaß an den gemeinsamen Stunden haben. Natürlich ist das Verhalten der Gruppen oft abhängig von einzelnen Kindern, aber da ich mittlerweile weiß, wer die frechsten sind, kann ich auch einschätzen, mit wem welche Spiele funktionieren und bei wem dann doch „Duck, Duck, Goose“ herhalten muss. In der Zwischenzeit haben zwei große Athletics Competitions in dem Jan-Smuts-Stadion in East London stattgefunden, eine am Freitag für die Grundschulen und eine am Samstag für die High-Schools. Da die Berlin Primary zum neuen Term auch eine Erweiterung zur High-School mit einer achten Klasse gestartet hat, konnte ich auch dort mitfahren, habe aber hauptsächlich die Kinder beaufsichtigt, vor den Rennen aufgewärmt und mich um einzelne Verletzte gekümmert, denn der Krankenwagen, der am Rand des Feldes für alle bereitgestellt wurde, war eher mager ausgestattet, sodass ich unter anderem durch Aussagen wie „Ice is the only medicine“ eher überrascht wurde. Schlussendlich wurden aber, nach einem Start in den Tag um 7 Uhr, alle Kinder heile und fast pünktlich um 19 Uhr wieder in Berlin abgesetzt. Leider haben sich nur von der Grundschule Kinder zur nächsten Runde qualifiziert, die demnächst stattfinden wird, aber die Schüler haben trotzdem ihr Bestes gegeben und hatten vor allem Spaß. Heute haben Britta und ich mit 11 ausgewählten Kindern aus der sechsten Klasse Kartoffelbrei, Sauerkraut und Rotkohl als typisch deutsches Essen gekocht, was super viel Spaß gemacht hat, einige haben uns direkt gefragt, was wir als nächstes mit ihnen Kochen werden und auch ich bin einem festen Koch- und Backprojekt auf keinen Fall abgeneigt. Sogar im neues Haus findet man einen knappen Monat nach Einzug endlich etwas Normalität vor, da wir es geschafft haben, uns einen eigenen Kühlschrank zu organisieren und die Wände endlich mit Bildern ausgestattet sind. Das sommerliche Wetter können wir jetzt auch im Garten genießen und die Größe des Hauses ist noch immer so ungewohnt, dass wir uns fast verlieren und der Überblick, wer grade zuhause ist, und wer nicht, gerne mal verloren geht. Von den Ameisen und Spinnen, die uns ab und zu heimsuchen versuche ich mich nicht allzu sehr stören zu lassen und ansonsten bringt das Haus eigentlich nur Vorteile. Mein Wochenhighlight ist immer das Fußballtraining in Illitha, aber da zum Teil so viele Mädels zum Trainieren gekommen sind, dass kaum noch Platz auf unserem Teil des Feldes war, musste ich am Montag ein Auswahltraining zusammenstellen, bei dem ich jetzt 20 Mädels für die Mannschaft ausgewählt habe. Diejenigen, die eher weniger fußballerisches Können zeigen, jedoch bisher zu jedem Training erschienen sind, habe ich trotzdem mit in das Team aufgenommen, da es mir zu einem großen Teil auch einfach darum geht, dass die Mädels Spaß haben und motiviert sind. Ich freue mich auf jeden Fall auf die neue Saison und hoffe, dass ich dieses Jahr ein Fußball-Camp auf dem Sportplatz veranstalten kann. Jetzt haben meine letzten 6 Monate in Südafrika angefangen und es gibt noch so vieles, auf das ich mich freuen kann, der neue Term bringt auch neue Nachmittagsprojekte mit sich, nächste Woche ist wieder ein Seminar vom ASC und der Besuch meiner Familie steht auch bald an. Ich kann es kaum erwarten, das Beste aus der verbliebenen Zeit hier zu machen und genieße jede Sekunde. Am liebsten würde ich die Zeit anhalten und mich überhaupt nicht mit der Zeit nach dem Jahr auseinandersetzten, aber irgendwann muss ich mich ja mal für einen Studiengang entscheiden. Ganz liebe Grüße aus dem sonnigen Südafrika in das verschneite Deutschland, eure Lina

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