Besuch aus der Ferne

IMG-20180415-WA0043.jpg20180417_083721.jpg20180419_122817.jpgMolo!

Endlich habe ich mal wieder etwas Zeit gefunden, um mich hier zu melden. Die letzten paar Wochen waren ziemlich stressig, was nicht zuletzt daran lag, dass meine Familie mich aus Deutschland besuchen gekommen ist. Zuvor waren auch noch viele andere Besucher da, zum Teil Vorfreiwillige aus Berlin und Umgebung, die sogar mit uns ihre alte (und jetzt unsere) Schule besucht haben, aber auch die Familien der Anderen ließen sich hier zum größten Teil blicken. Das hat natürlich dazu geführt, dass Ruhe und Entspannung während dieser Zeit nicht unbedingt an erster Stelle standen und ich freue mich selbst jetzt, wo der Besuch schon ein wenig zurück liegt, noch immer über jede Sekunde Alltag. Dadurch, dass auch Brittas Familie sie besucht hat, hatte ich in der letzten Woche vor den Ferien sogar einige Klassen alleine, was erstaunlich gut geklappt hat. Seit neuestem habe ich für kleinere Unfälle auch immer ein erste Hilfe Set in meiner eigenen Tasche dabei, da die Schule selber nur Pflaster bereitstellt. So etwas passiert natürlich bei der Arbeit mit Kindern ganz schnell, vor allem, wenn man wie in den sogenannten „Hollywoods“ große Betonrohre und andere Hindernisse hat, über die die meisten Kinder mit großer Motivation klettern, da hat das eine oder andere Knie gerne mal eine kleine Schramme. Der ganze Regen in letzter Zeit hat jedoch dafür gesorgt, dass Britta und ich auch viel innerhalb des Gebäudes machen mussten, wie Klassen zu hüten oder zu kopieren. Vor den Ferien wurde auch die Interhouse Athletics Competition fortgesetzt, diesmal jedoch ohne zusätzlichen Fun-Day von uns Freiwilligen, da wir beispielweise beim Hochsprung der als Corner Judge helfen mussten.

Vor kurzem waren wir auch auf der Beerdigung der Oma eines guten Freundes von uns in Ilitha, dort konnte ich viele neue Eindrücke gewinnen. Zum einen wird auf den meisten traditionellen Beerdigungen eine Kuh oder auch ein Schaf geschlachtet, aus dem dann für die Gäste ein Mittagessen zubereitet wird. Zum anderen wurde mir gesagt, dass die Beerdigung immer um 8 Uhr morgens anfängt und dann bis mittags oder bis zum frühem Nachmittag andauert. Gäste sind fast alle, die irgendwie in Kontakt mit der Verstorbenen Person standen, egal, wo sie zur Zeit des Todes wohnen oder wie lange der Kontakt schon her ist. Es reisen also alle Verwandten und Bekannten aus nah und fern an, um die Verstorbene zu ehren. Insgesamt herrscht aber eine eher fröhliche Stimmung und es wird viel über das Leben geredet und die Taten der Person geehrt, statt um ihren Tod zu trauern. Auch das Essen wird für alle bereitgestellt, was in einem sehr großen Aufwand für die nähere Familie resultiert. Natürlich kann ich nur von dieser einen Beerdigung berichten und es gibt sicherlich noch ganz andere, aber als kleiner Einblick sollte das trotzdem reichen.

Kommen wir jetzt aber zu dem Teil, auf den meine Eltern (und ich natürlich auch) seit 6 Monaten gewartet haben: Meinen Familienbesuch. Auch wenn es super verrückt war, meine Eltern und Schwester in diesem Umfeld wieder zu sehen, in dem ich mich selber schon so sehr wie Zuhause fühle, habe ich mich doch ohne Ende gefreut, die ganze Truppe wieder zu sehen. Neben den offensichtlichen Gründen, dass es einfach schön ist, die Familie nach so langer Zeit endlich wieder beisammen zu haben, konnte ich durch ihre Sicht auf die Situation hier selber noch einmal alles mit ganz anderen Augen betrachten, und das bezieht sich nicht nur auf den Ordnungs- und Sauberkeitszustand unserer Wg. Auch die Menschen, das Schulleben und zum Beispiel der viele Müll, der hier überall rumzuliegen scheint, haben sich noch einmal bewusster in mein Gehirn eingebrannt. Am ersten Tag sind alle 3 mit zur Schule gekommen, wo wir mit einigen Kindern Kuchen gebacken haben und einfach unseren Spaß hatten und jetzt wissen sie auch, wo ich Tagein-Tagaus unterwegs bin und wie ich mit den Kindern arbeite. Auch bei dem Training mit meinen Soccer Girls in Ilitha (bei dem wir ausnahmsweise Rugby gespielt haben, da kein Fußball zu Hand war) konnten sie viel davon sehen, wie hier gelebt und gearbeitet wird. Meine Mädels haben getanzt, gesungen, gelacht und wenn ihnen danach war zwischendurch sogar Sport gemacht. Die Typischen Touristenaktivitäten durften natürlich auch nicht fehlen, wir waren Quad fahren und Wandern im Game Reserve, haben einen Road Trip über Coffee-Bay in die Drakensberge gemacht und den Family-Day an der Nkosinathi besucht, wo Kinder knuddeln für uns ganz oben auf dem Programm stand. In C-Bay haben wir uns gemeinsam das Hole in the Wall angeschaut und dabei sogar ein paar Delfine gesehen, während wir in den Drakensbergen eine 3 Stündige Reit-Tour gemacht haben und zu der Sleeping Beauty Cave gewandert sind, einer sehr schönen und beeindruckenden Höhle mit mehreren kleinen „Pools“ neben der Wanderstrecke. Auch in Port St Johns haben wir eine Wanderung unternommen, dort jedoch durch tiefsten Dschungel mit mehreren äußerst angsteinflößenden Riesenspinnen neben dem „Weg“. Es war auf jeden Fall eine wunderschöne Zeit, auch wenn das frühe Aufstehen auf keinen Fall in meinen Ferienplan gepasst hat. Auch wenn jetzt alle wieder weg sind, war es eine zu schöne Erfahrung, um wirklich traurig zu sein und in 4 Monaten (!) sieht man sich ja (leider) auch schon wieder.

Liebe Grüße an alle, besonders an Martin, eure Lina

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