Und schon geht es zurück nach Deutschland

Molo!
Auch wenn ich mich mittlerweile schon wieder in Deutschland befinde, gibt es natürlich noch einen Eintrag über die Geschehnisse der letzten paar Wochen, insbesondere den traurigen Abschied. Aufgrund der Abschiedsphase habe ich es leider nicht geschafft, diesen vor der Rückreise hochzuladen, verfasst wurde er aber noch in Südafrika.
Obwohl die letzten Ferien gefühlt schon Ewigkeiten her sind, will ich sie trotzdem nicht auslassen, denn wir haben nochmal alles ausgenutzt was ging. Die ersten paar Tage haben wir in Berlin verbracht, wo wir Volleyball, Fußballtennis und Rugby mit Jasmin und Jan aus Bulungula gespielt haben und uns Rusties und Fatcooks zum Frühstück schmecken lassen haben. Dann ging es auch schon los mit dem Fern Bus eine Nachtfahrt nach Johannesburg, wo wir kleinere Waterfalls in der Nähe von Graskop besichtigt haben, in der Trampolinhalle waren, das höchste Gebäude Afrikas bestiegen haben und Geckoing (in einem Reifen kleinere Stromschnellen hinabfahren) ausprobiert haben, wobei ich leider öfters mal baden gegangen bin. In manchen Unterkünften haben wir uns sogar dazu entschieden zu campen, was aufgrund der etwas kühleren Temperaturen gar nicht so angenehm war, wie zu Beginn erwartet wurde. Von Johannesburg aus sind wir dann in den Krüger Nationalpark gefahren, wo wir versucht haben, möglichst viele Tiere ausfindig zu machen. Giraffen, Zebras, Impalas, Büffel und Elefanten waren alle zahlreich vertreten und am zweiten Tag hatten wir sogar das Privileg, einen Löwen zu sehen, der erst nahe eines Elefanten lag und dann direkt vor uns die Straße überquert hat. In Pretoria haben wir dann eine kleine Wandertour durch ein Zebragebiet unternommen, was auch einfach wunderschön war. Insgesamt war es ein toller letzter Urlaub und ich kann von mir selber behaupten, mehr von Südafrika, als von Deutschland gesehen zu haben.
Vor den Ferien habe ich, dank einer Spende von Opa, mit den kleinen Erstklässlern Pizza selber gebacken, wo das ein oder andere Backtalent erkannt wurde und alle eine Menge Spaß gehabt haben. Am ersten Wochenende nach den Ferien bin ich dann mit meinen (leider extrem pubertären, aber trotzdem sehr liebenswerten) Soccer Girls nach Port Elisabeth gefahren, wo ein Turnier für Mädels stattgefunden hat. Entgegen aller Erwartungen waren die Mädels aber nicht nach der 5h Fahrt komplett müde und haben mich noch bis 1 Uhr nachts wachgehalten. Am Spieltag waren sie dafür dann nicht ganz Motiviert, haben aber bis auf 1 Spiel keines verloren und damit einen guten 5ten Platz erreicht. Der schönste Moment war, als Lisakhanya nach Abpfiff des letzten Spiels jubelnd auf mich zu gerannt ist und mich umarmt hat. Bevor wir die Rückreise angetreten haben, haben wir dann noch einen kleinen Zwischenstopp am Strand gemacht, wo sich alle, egal ob mit oder ohne Schwimmsachen, ins Wasser geschmissen und gesuhlt haben, was einfach ein toller Anblick war. Es war für mich eine echt große Überwindung, alleine die Verantwortung für 13 Mädchen zu übernehmen, aber als dann alles Heile überstanden war, war die Erleichterung umso größer. Die einzigen, die nicht heile geblieben sind waren am Ende ich und die restliche WG, da wir uns alle einen fiesen Infekt eingefangen hatten und eine Woche komplett flachlagen.
Zum Abschluss haben wir dann auch nochmal einen schönen Abend bei Le-Anne zuhause verbracht, wir durften uns ihre Farm anschauen und haben danach mit vielen schönen Geschichten und tollen Gesprächen gegrillt, wie es sich für Südafrika gehört. Auch das von ihr (und uns als helferlein) organisierte Preschool Konzert durften wir auf keinen Fall verpassen und es war so ein großer Unterschied zu dem Konzert vor einem Jahr, bei dem ich nur als Zuschauer dabeisaß und die ganzen Gesichter noch nicht kannte. Die Lieder und Kostüme waren aber wieder genauso zuckersüß wie am Anfang. Nach dem Konzert stand dann auch schon der erste Abschied an, die Freiwilligen aus Bulungula und Coffee-Bay sind zurück nach Deutschland geflogen. Auch wenn es traurig war, tschüss zu sagen, hat es sich für einen selber noch so weit entfernt angefühlt und als wenn man selber nie in der Situation sein würde, für immer Bye Bye zu sagen. Wir haben dann eigentlich wie gewohnt weitergemacht, uns ein bisschen über den vielen Regen und die Kälte geärgert, die es erschwert haben, vernünftigen Sportunterricht zu machen, aber uns sonst von nichts abhalten lassen. Die Anzahl der Kinder um unser Haus herum wurde zum Ende hin immer größer, die Nobuto Kinder kamen in der letzten Woche, genau wie die von der Nkosinathi fast jeden Tag vorbei. Ein kleines Volleyball- und Basketballturnier haben wir am Ende noch veranstaltet, bei dem nur diese beiden Schulen teilgenommen haben und es hat echt super viel Spaß gemacht, den Kindern beim Spielen zuzuschauen und die Preise zu verteilen.
Die Verabschiedungen an den verschiedenen Schulen fielen sehr unterschiedlich aus. An der Nobutho hat die ganze Schülerschaft sich in einen Klassenraum gesetzt und für Carlotta und Tom gesungen, die Lehrer haben Reden gehalten und es sind viele Tränen geflossen. Danach sind wir Freiwilligen mit den Lehrern nach King Williams Town gefahren und haben dort mit den Lehrern gegrillt. An der Nkosinathi gab es dann eine dreistündige Zeremonie, mit Auftritten der Kinder, Liedern und Reden von Lehrern und Gastrednern, in einer großen Halle (eigentlich der Essensraum), die extra für den Anlass hergerichtet wurde. Auch an diesem Tag flossen jede Menge Tränen, sei es bei den Kindern oder uns Freiwilligen. An meiner Schule gab es dann ein großes Buffet im Lehrerzimmer und eine Rede der Schulleiterin, was etwas weniger herzlich, aber trotzdem eine schöne Geste war und auch wenn die Tränen nicht vor Ort flossen, spätestens bei dem Abschied von den Kindern nach Schulschluss war ich komplett aufgelöst.
Es ist einfach ein schreckliches Gefühl, die Kinder, die ich so sehr in mein Herz geschlossen habe einfach zurückzulassen, ohne wirkliche Kontaktmöglichkeiten oder irgendeine Ahnung, was aus ihnen werden wird. Zum Teil waren sie uns auch richtig böse, weil wir gehen, was das Ganze noch viel schwerer macht, da ich ja selber gar nicht gehen wollte. Den letzten Samstag haben wir dann noch auf dem Rugbyfeld verbracht, wo die letzten schönen Stunden mit den Kindern verbracht werden konnten. Abends fielen nur noch aufräumarbeiten an, aber die hartnäckigsten Kinder sind noch bei uns geblieben und haben mit uns geweint. Es fühlt sich einfach so unmöglich an, wenn man ein weinendes kleines Kind auf dem Arm hat, das weint, weil man weggeht, kann es einem einfach nur das Herz brechen. Man kann diesen Abschied einfach nicht in Worte fassen. Man muss sich von den Kindern, dem Lebensstil, den Freunden und dem ganzen Land verabschieden, in dem Wissen, dass es nie wieder so sein wird, wie es war. Diesen Alltag, in den ich mich ein Jahr lang eingearbeitet habe, wird es für mich nie wiedergeben, ganz egal wie zufrieden ich damit war und wie sehr es mir gefallen hat, dieser Gedanke ist einfach die ganze Zeit anwesend. Am Sonntagmorgen um 7 standen dann noch die letzten Kinder vor der Tür und diese letzte Umarmung war einfach nur schmerzhaft und tat weh. Ich werde die Kinder (die mir zum Teil auch Abschiedskarten geschrieben haben) so sehr vermissen wie sonst nichts. Dann gab es das letzte Winken aus dem Auto, der letzte Blick aufs Haus und die traurigen Kindergesichter und schon hat der Rückweg angefangen.
Ich weiß nicht, ob ich nochmal einen Eintrag hochladen werde, über das Ankommen und Rückkehrer Seminar, aber falls schon, bis dann. Ganz liebe Grüße, eure Lina J 20180630_16492420180626_13093120180625_11511320180622_16572920180621_11385120180620_12412920180620_123741

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